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Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau e.V. 1948
Erste Mendener Karnevalsgesellschaft
Im kurkölnischen Menden, einer Stadt, die man ungefragt dem Märkischen Sauerland zugeordnet hat,
ist der Karneval seit über 325 Jahren urkundlich nachzuvollziehen, wobei die Fastnacht als ältestes Volksbrauchtum noch wesentlich älter ist.
Die historische Verbindung zu Kurköln ist wohl auch der Grund dafür, dass Menden heute eine Hochburg des Karnevals ist. Umgeben von überwiegend protestantisch geprägten Städten ist Menden seit jeher "potteschwarz". Nicht umsonst hört man die Lästermäuler immer wieder sagen:
"Und der Herr sprach es werde Licht - nur in Menden, Paderborn und Münster blieb es finster."
So konnte sich der Brauch der Fastnacht oder des Karnevals über Jahrhunderte in Menden halten.
Auch der Karneval in seiner heutigen Form wird schon lange in Vereinen gefeiert.
Genannt seien hier die Veranstaltungen im alten Kolpinghaus und insbesondere bei Alemania Menden.
Im Jahre 1948 kam es, wie es kommen musste: Man gründete einen Verein, der sich zum alleinigen Ziel gesetzt hatte, das Karnevalsbrauchtum in Menden zu pflegen und zu fördern.
Keimzelle dieses Vereins waren die Kolpingfamilie Menden und die besagte Alemania.
In gewollter Zweideutigkeit nannten sich die Karnevalsfreunde bei Gründung der Gesellschaft "Kornblumenblau". Doch das, was an Tatendrang aus diesen Reihen geboren wurde, ist sicherlich nicht in jenem Zustand zu bewerkstelligen, auf den die originelle Namensgebung hindeuten möchte.
Als Mitveranstalter bei vielen Vereinen in den Mendener Ortsteilen ist es der MKG Kornblumenblau gelungen, den Karneval als festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Menden zu verankern.
Es gibt heute kaum mehr eine Schützen- oder Festhalle, in der kein Karneval gefeiert wird.
Betrachtet man sich die zahlenmäßig kleine Gesellschaft heute, ist es erstaunlich, was im Laufe eines Jahres auf die Beine gestellt wird. Neben Altbewährtem überraschen die Kornblumenblauen immer wieder mit neuen, innovativen Ideen.
Zu dem Altbewährtem gehören die zwei Prunksitzungen jeweils zu Beginn und kurz vor Ende der Session auf der Wilhelmshöhe - Sizungskarneval, wie man ihn aus dem Fernseher kennt. Ebenso altbewährt, aber einmalig in Westfalen, ist die närrische Ratssitzung am Rosenmontag im historischen Ratssaal, in der die Stadtvertreter in der närrischen Bütt Jahr für Jahr beweisen, dass sie mehr drauf haben, als nur trockene Debatten zu führen.
Zu den innovativen Ideen gehört sicherlich der Zeltkarneval, der seit Jahren in Menden gefeiert wird. Weiberfastnacht, Herrensitzung und Maskenball, allesamt Veranstaltungen, in denen die Narren nach Herzenslust feiern, tanzen und schunkeln können und auch ihre einfallsreichen Kostüme der Öffentlichkeit präsentieren können.
Unbestrittener Höhepunkt einer jeden Karnevalssession ist jedoch der von den Kornblumenblauen organisierte Karnevalsumzug am Tulpensonntag, der nach Schätzungen der heimischen Presse jeweils 30.000 - 35.000 Zuschauer an den Straßenrand lockt.
Zur Brauchtumspflege gehört es auch, dem Nachwuchs eine Chance zu geben. So tanzen derzeit fast 100 Mädchen in den Garden der Gesellschaft, die ebenso wie die Akteure aus den Bereichen Gesang, Bütt und Show die tragenden Elemente des Vereinslebens sind.
Doch wer meint, dass die MKG nur für die maximal vier Monate dauernde Session zum Leben erwacht, der irrt. Vatertagsausflug des Elferrates, Familienfest, Ausflug der Frauenabteilung sowie die Einsätze des Elferrates lassen kaum Zeit zum verschnaufen. So haben die Mitglieder in mehr als 10.000 Stunden Arbeitseinsatz den halb verfallenen Teufelsturm renoviert und ihn als Vereinsheim und Karnevalsmuseum (Heim der Westfälischen Fastnacht) zu neuem Leben erweckt.
Wer trotzdem, oder gerade deshalb Lust zum Mitmachen bekommen hat, oder zusätzliche Informationen haben möchte, kann sich an den Präsidenten der Gesellschaft,
Herrn Franz-Josef Edlerherr (Tel.: 02373-18767), wenden.
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