Hintergrund ist das neue Sicherheitskonzept, das die Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau für den Tulpensonntagsumzug vorlegen mussten. Inzwischen liegt das Papier vor, über das alle Beteligten am 17. Januar beraten werden.
„Es ist der erste Umzug durch die Fußgängerzone seit der Katastrophe von Duisburg“, erläutert Fachbereichsleiter Manfred Bardtke, dass der Zug entgegen anders lautender Gerüchte wieder durch die Stadt ziehen wird. Im vergangenen Jahr wurde eine Ausweichroute über die Gartenstraße gewählt, weil der Alte Rathausplatz umgebaut wurde. Und Bardtke macht keinen Hehl daraus, dass die Stadt es gern gesehen hätte, wenn die MKG erneut diesen Weg gewählt hätte: „Dort gibt es weniger Engstellen.“
Die MKG aber will zur traditionellen Route zurück – mit der Folge, dass Klaus Durawa ein neues Sicherheitskonzept erstellen musste. Von früher fünf Seiten ist das Papier inzwischen auf 25 Seiten angewachsen. „Das ist ein sehr gutes Konzept, das sicher nichts offenlässt“, sagt Klaus Dambachmayr, 1. Vorsitzender der MKG. Die Stadt Menden habe nach einem ersten Gespräch im vergangenen Jahr eine Anforderungsliste vorgelegt. Ein Wunsch: Es sollten keine Bonbons mehr geworfen werden. „Das ist natürlich undenkbar. Ein Karnevalsumzug ohne Kamelle? Das geht nicht“, sagt Klaus Dambachmayr. Er geht davon aus, dass es auch in diesem Jahr Bonbons geben wird. Für Bedenken der Stadt hat er aber Verständnis: „Das Problem geht aber nicht von den Wagen aus. Eltern dürfen ihre Kinder einfach nicht so nah an die Wagen heran lassen.“ Die Anforderungen an die Teilnehmer sind schon jetzt hoch: Wer mit einem Wagen am Umzug teilnimmt, muss mindestens vier Sicherheitskräfte stellen, die neben dem Fahrzeug hergehen. „Außerdem werden wir in diesem Jahr noch einmal 100 Meter mehr Absperrgitter aufstellen“, so der MKG-Vorsitzende. Der Verein stecke in den Umzug jährlich mehr als 10000 Euro, weitere Sicherheitskräfte seien nicht bezahlbar: „Da ist eine Grenze erreicht.“ Der Umzug sei die einzige nicht kommerzielle Großveranstaltung in Menden. Bei der MKG ist man gespannt, wie das vorgelegte Sicherheitskonzept bewertet wird.


