Aktuelle Prinzenpaare 2015 / 2016

Das Stadtprinzenpaar der MKG
Michael 2. Fringes - Der Schrauber aus dem Oesetal
Tülay 1. Diekmann - Die Kommunikative aus dem Land am Bosporus


Das Kinderprinzenpaar der MKG
Niklas 1. Klinger - Der schwarzgelbe Wirbelwind
Johanna 1. Esselun - Die Himmelsstürmerin vom Obsthof

Wir über uns


Küsst den Karnevalszug wach!

Foto: Michaela Köberich

Von Jürgen Overkott

Menden hält viel von Tradition. Das hat gute Seiten. Beim Karnevalszug indes wirkt die Tradition als Bremse. In den Köpfen von Sponsoren wirkt das alte Bild des Rosenmontagsspektakels unheilvoll nach. Früher wirkte der Straßenkarneval nicht selten wie die Jahreshauptversammlung des Bundes Westfälischer Komasäufer. Indes, die Zeiten sind längst vorbei. Am Wochenende präsentierte sich der Zug in Bestform. Mehr geht nicht? Aber ja.

Doch der Reihe nach. „D’r Zoch“, wie es im Rheinischen heißt, kann sich sehen und hören lassen. Eine knallbunte Volksbewegung, eine tolle Show.

Kein Wunder, dass die größte Jecken-Sause weit und breit vor Ort von 40 000 Menschen gesehen wurde. So viele Leute kommen zusammen, wenn die Dortmunder Westfalenhalle dreimal hintereinander ausverkauft ist. Eine hohe Besucherzahl ist aber nur ein kleiner Gradmesser des Erfolges.

Viel wichtiger ist: Der Karneval war eine Familien-Party, zu der junge Eltern selbst kleinste Kinder mitbrachten. Das heißt: Die Narrenparade war – erstens – friedlich. Und – zweitens – floss der Alkohol in Maßen, nicht in Massen.

All das war Ergebnis perfekter Organisation. Spaß und Sicherheit schließen sich nicht aus. Dahinter stehen kluge Köpfe – bei der MKG, der Stadtverwaltung und der Polizei. Ihre Leistung zählt doppelt, weil der Zug mit großem Engagement und kleinem Geld gestemmt wird.

Dennoch ginge – beispielsweise bei Motiv-Wagen – mehr. Deshalb hat die Veranstaltung mehr Unterstützung durch heimische Sponsoren verdient. Es wäre eine Investition nach innen: Betriebe könnten Stadt-Verbundenheit zeigen. Zugleich wäre das Geld ein Signal nach außen: Menden wirbt mit Karneval.

Ein Punkt, bei dem auch das Stadtmarketing  ansetzen sollte. Der Zug könnte zur Marke entwickelt werden – als Signal, dass die als dröge geltende Sauerländer fröhlich feiern können. Noch liegt der Zug im Dornröschen-Schlaf. Es wird Zeit, ihn wach zu küssen.

Foto: Michaela Köberich